«Grenzgang» – Künstlerische Untersuchungen zur Wahrnehmung und Vermittlung von Raum im trinationalen Grenzgebiet

 

«Grenzgang» ist ein Forschungsprojekt des Instituts Lehrberufe Gestaltung und Kunst der FHNW HGK in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik FHNW. Das Projekt wird gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds und dauert vom 1. Januar 2014 bis voraussichtlich 31.Dezember 2015.

Grenzräume haben eine besondere Qualität. Entlang nationaler Grenzen treffen einerseits historisch und politisch definierte Räume aufeinander. Andererseits schaffen solche Grenzgebiete Zonen, in denen gerade die vielseitige, nicht vollständig durchstrukturierte Nutzung den erfahrbaren Raum ausmacht. Einen solchen Raum bietet der geographische Ansatzpunkt des Projektes «Grenzgang» mit dem Dreiländereck Schweiz – Frankreich – Deutschland.

 

 

Ziele und Kontext des Projektes

Dieser Raum wird im Projekt «Grenzgang» als ein Sonderfall betrachtet, um einen konkreten, gleichwohl aber nicht von seinen Abmessungen her definierten Raum auf seine raumbildenden Qualitäten hin zu untersuchen: Wie bildet sich für uns Raum aus? Welche Bedingungen fliessen in unser Verständnis von Raum ein? Und wie lässt sich dieses Verständnis produktiv für den bewussten Umgang mit dem vorhandenen Raum einbringen? Damit zielt das Projekt auf die Erforschung der Bedingungen, Konsequenzen und möglicher Potentiale unserer Raumerfahrung. Auf einer methodologischen Ebene erbringt «Grenzgang» einen Diskussionsbeitrag zur künstlerischen Forschung: das Projekt erprobt in seiner interdisziplinären Anlage die Beziehung der Erkenntnisweisen von künstlerischer Forschung und Kunstvermittlung.

Forschung im Team
Das Projekt «Grenzgang» ist als Teamforschung angelegt, die die unterschiedlichen Arbeits- und Sichtweisen der beteiligten Disziplinen (Kunst, Musik, Kunstgeschichte, Kunstvermittlung, Künstlerische Forschung) gegenüberstellt und miteinander verknüpft. Gemeinsame Basis bilden an die Promenadologie angelehnte Spaziergänge im trinationalen Grenzraum, die in künstlerischen Raumprotokollen dem gesamten Team zur Verfügung gestellt werden. Ausgewertet wird das Datenmaterial der Raumprotokolle in einer methodischen Triangulation als Verknüpfung unterschiedlicher Arbeitsweisen der Raumwahrnehmung. Aus der Musik durch das Forschungsinterface
IRMAT, das unterschiedliche Quellen wie Videos, Bilder, Töne, Text und Musik in der INTERPRETATION verbinden kann. Künstlerische und kunstvermittelnde Auswertungen setzen die Daten in INSTALLATION und PERFORMANCE miteinander in Beziehung. Begleitet wird das Projekt durch Forschungsworkshops mit internationalen Experten aus den Kulturwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung, Kunst und Künstlerischer Forschung, Experimentelle Musik, Soziologie und Stadtforschung.

Forschungsteam : Daniel Brefin, Amadis Brugnoni, Simone Etter, Beate Florenz (Leitung) und Markus Schwander (Co-Leitung)

Förderung: Schweizerischer Nationalfonds

Dauer: 24 Monate (1. Januar 2014 - 31.Dezember 2015)