Die Studie Making Differences: Schweizer Kunsthochschulen befassst sich mit der In- und Exklusion im Feld der Kunsthochschule. Sie ist das Ergebnis einer mehrmonatigen Untersuchung von Catrin Seefranz und Philippe Saner, die das Institute for Art Education der ZHdK initiierte.
Von der Annahme ausgehend, dass die Kunsthochschule ein Ort der Reproduktion gesellschaftlicher Asymmetrien ist (genauso wie ein möglicher Ort zu deren Transformation), standen erste grundlegende Fragen im Raum, die an der ZHdK und dann auch den anderen an der Erhebung beteiligten Hochschulen auf Interesse und Resonanz stiessen: Wer studiert an den Schweizer Kunsthochschulen? Wer fehlt? Bildet sich in der Vielfalt der Studierenden die gesell- schaftliche Diversität der Schweizer Bevölkerung ab oder fehlen bestimmte Gruppen? Stellt die Kunsthochschule soziale Ungleichheit her oder macht das Talent alle gleich? Wie werden Ein- und Ausschlüsse reproduziert, individuell, institutionell und strukturell? Und wie sind diese mit dem Feld Kunst und seinen Theorien und Logiken verbunden? Was ist das implizite Wissen über Inklusion und Exklusion? Und wie die Haltung zu einer Forschung, die an der Transformation ungleicher Verhältnisse interessiert ist?
Unterstützt von der Hochschulleitung der ZHdK konnte das Institute for Art Education das Forschungsprojekt Making Differences: Schweizer Kunsthochschulen initiieren, das in drei Stufen eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Politiken, Prozessen und Praktiken von Homogenisierung, Exklusion wie auch Pluralisierung, Diversifizierung oder Inklusion in Schweizer Kunsthochschulen anregen möchte. Während Kunst und Hochschule und Universität seit Generationen soziologisch untersucht werden, beginnt sich gerade erst international die Erforschung von In- und Exklusion im Feld der Kunsthochschule zu etablieren.
Mit dem Projekt Making Differences hat die ZHdK bei der Konfiguration dieses neuen Forschungsfeldes eine erste Initiative gesetzt. Ein Folgeprojekt in Kooperation mit verschiedenen Schweizer Kunsthochschulen ist in Planung.
Zwischen Mai und Dezember 2011 versuchte diese Vorstudie einerseits das Interesse und Bedingungsfeld für eine Erforschung in Kooperation verschiedener Kunsthochschulen zu klären; andererseits sollte durch zwei, quantitative und qualitative Erhebungen eine empirische Basis für eine Auseinandersetzung mit diesem Thema und damit eine Grundlage für mögliche anschliessende Forschungen geschaffen werden. Die quantitative und qualitative Erhebung wurde an drei Kunsthochschulen realisiert, der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), der Hochschule der Künste Bern (HKB) und der Haute École d’Art et de Design Genève (HEAD).
Der 122-seitige Bericht stellt die Ergebnisse der von Catrin Seefranz und Philippe Saner durchgeführten Untersuchung dar und schlägt Perspektiven für eine weitere Forschung vor.


Finanzierung: IAE interne Forschungsförderung
Download der Studie unter auf der IAE-Webseite, ZHdK

 

 

 

 

 

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