Implizite Kunstbegriffe von BG-LehrerInnen und deren materielle, visuelle und fachdidaktische Manifestation

Lehrerzimmer sind keine öffentlichen Orte. Ebenso wenig Schulhausflure, Zeichensäle und Abstellkammern, in denen die Kittel, Pinsel und Paletten für den Unterricht in Bildnerischer Gestaltung (BG)  lagern. Und doch findet an ihnen eine Vermittlung statt, die bis in die Gesellschaft hinein reicht: In diesen Räumen – und, wie zu zeigen ist, auch durch diese Räume und ihre Gestaltung – wird das Kunst- und Kulturverständnis derjenigen, die in ihnen lernen, geprägt. Vermittelt über die Kunsthochschulen, über Museen und Ausstellungsinstitutionen und über die Schule tragen materielle und visuelle Aspekte und Anordnungen massgeblich zum Lernen und Tradieren von Kunst – als Teil der Kultur – bei.
Die künstlerisch-wissenschaftliche Untersuchung Kunst im Lehrerzimmer sucht diese Orte auf und macht die Kunst im Lehrerzimmer sichtbar. In Gesprächen mit Lehrpersonen für Bildnerische Gestaltung in der Schweiz, mit ExpertInnen aus anderen Disziplinen und mit einem Blick über nationale Grenzen hinaus untersuchen wir das Thema interdisziplinär und überregional. Ziel der textuellen und bildlichen Annäherung ist ein Sichtbarmachen dessen, was implizit bleibt: des Kunstverständnisses. Dabei sind die Verbindungen von Fragen der Kunstpädagogik mit Gestaltungs- und Raum(planungs)fragen sowie die gesellschaftliche Kontextualisierung der erforschten Phänomene von besonderem Interesse.

Kunst im Lehrerzimmer baut derzeit ein eigenes Material- und Datenarchiv auf. Geplant ist neben dem Einbezug der Materialien und Fragestellungen in Lehrprojekte und Seminare mittelfristig auch eine künstlerisch-wissenschaftliche Publikation. Deren künstlerischer Anteil nimmt sich den räumlichen und bildlichen Anordnungen der Räume an, an denen Kunst/Kunstvermittlung stattfindet. Mit dem filmischen Konzept des Zooms werden Details und überraschende Verbindungen sichtbar gemacht. Übersichten bieten Orientierung und Kontext, während Nahaufnahmen Einzelheiten und feine Unterschiede zu Tage bringen. Die kulturanalytisch-wissenschaftlichen Anteile der Publikation kontextualisieren die Bilder und geben weitere Anhaltspunkte gesellschaftlicher und fachwissenschaftlicher Art. Auf die Erarbeitung eines speziellen Konzeptes der Verschränkung der bild- und textbasierten Teile in der Publikation wird besonderer Wert gelegt.

Initiatorinnen und Ansprechpartnerinnen

Alexandra D’Incau, Künstlerin, Kunstvermittlerin MA, ist Mitglied des Künstlerkollektives Antipro, Assistenz- und Unterrichtstätigkeit am Studiengang Master of Arts in Fine Arts, Luzern HSLU.

Bernadett Settele, Kunstvermittlerin, Kunst- und Kulturtheoretikerin, Mag. Art., ist Assistentin (Lehre) an der HSLU und Lehrbeauftragte an der ZHdK. Sie forschte in „Kunstvermittlung in Transformation“ (SNF) über institutionelle Kontexte der Vermittlung und die Möglichkeit ihrer Veränderung.

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Magnetwand aus Kunst im Lehrerzimmer, 2013, Foto: Alexandra D’Incau

 

 

 

 

 

 

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