Master of Arts in Fine Arts, Major ART TEACHING

Transkulturelle Kunstpädagogik: ein Pilotprojekt im Inneren der Schweiz

In der Schweiz ist die Bedeutung von Kunst und Kultur im transkulturellen Kontext in politischer, sozialer und kunsttheoretischer und auch kunstpädagogischer Hinsicht erkannt. Dieses Projekt des Master of Arts in Fine Arts nimmt sowohl politisch und sozial wie auch pädagogisch und ästhetisch die virulente Schnittstelle von Kultur und Bildnerischem Gestalten ins Visier, indem es sie im Rahmen von Kunstunterricht und Bildnerischem Gestalten an der Mittel- und Hochschule durch befristete Experimente (Praktika) lanciert und untersucht.

Sowohl die Gespräche mit Kunstschaffenden und Studierenden wie auch die Analyse spezifischer Werke haben gezeigt, dass kulturelle Bedeutungen von Kunst(werken) in einem spannungsvollen Zusammenhang stehen zu subjektiven Aneignungen von Kultur und Religion. In diesem Wechselspiel von individuellen und gesellschaftlichen Bedeutungen steckt ein grosses Erkenntnispotential, das wir zum Ausgangspunkt für das vorliegende Projekt nehmen, indem wir ganz spezifisch aus der Perspektive aktueller künstlerischer und zeitgenössischer kunstpädagogischer Positionen nach Ausdrucks- und Übersetzungsformen für kulturelle (auch: religiöse) Bildwelten suchen. Denn zeitgenössische Kunst(formen), die medien- und popkulturelle Alltagsphänomene einbeziehen, können als sensibler Radar fungieren für soziale, politische und biographische Belange, sie können neue Handlungsweisen und –optionen eröffnen. Innerhalb ihrer fachdidaktischen Ausbildung erforschen und nutzen wir zusammen mit den Art-Teaching Studierenden dieses Potential und bereiten es in einem nächsten Schritt für Unterrichtseinheiten auf Sek2 auf.

Die Annahme hinter dem Projekt ist somit, dass mit den geplanten Übungen im Transkulturellen ein Verhandlungsraum für kulturell Neues und Ungewohntes entstehen wird. Die Wichtigkeit eines solchen Verhandlungsraums kann u.a. vor dem Hintergrund der zweiten Weltkonferenz zu Kunsterziehung in Seoul (2010) gesehen werden, an welcher die UNESCO die Bedeutung der Kunst und Kultur bei der Bildung von sozialer Verantwortung und kultureller Diversität neu prioritär bewertet hat.

Ziele: Auseinandersetzung mit Begriffen wie (Trans)Kultur, Hybridität, Diversität; Herstellung und das Aufzeigen von best-practice Situationen für gestalterische Aufgaben im Transkulturellen; Aufwertung des Fachs Bildnerisches Gestalten; Chancengleichheit punkto Ermutigung zum Kreativen

Leitung: Prof. Dr. Silvia Henke, Leitung Theorie D&K und Dozentin Master of Arts in Fine Arts

wiss. Mitarbeiterin: MA Alexandra d'Incau, künstlerische Assistentin und Unterrichtstätigkeit am Master of Arts in Fine Arts

Fachliche Mitarbeit: Jean-Pierre Grüter, Leiter des Majors Art Teaching, Verantwortlicher Fachdidaktische Module

Laufzeit: Herbst 2014-Frühling 2016 (18 Mt.)

Kooperationen mit: Pädagogische Hochschule Luzern, Lehrer und Lehrerinnen für Bildnerisches Gestalten (LBG), internationalen Experten (Uni Nürnberg, Hamburg und Dortmund)

Finanzierung: mercator, Fachstelle Diversity, HSLU